TRE
Trauma, Release, Exercises

Spannungen sanft lösen durch Trauma Release Exercises (TRE)

Manchmal bleibt der Körper auch dann noch in Alarmbereitschaft, wenn eine belastende Situation längst vorüber ist. Trauma Release Exercises setzen genau dort an: Über sanfte Übungen wird ein natürliches Zittern angeregt, das dabei unterstützen kann, Anspannung wahrzunehmen und wieder loszulassen.

Was sind Trauma Release Exercises?

Tension and Trauma Releasing Exercises (TRE) sind eine körperorientierte Übungsreihe, die von David Berceli entwickelt wurde. Der US-amerikanische Bioenergetiker, Psychotherapeut und Sozialarbeiter arbeitete unter anderem mit Menschen, die Krieg, Naturkatastrophen und andere stark belastende Situationen erlebt hatten.

TRE umfasst sieben aufeinander aufbauende Übungen. Dabei werden vor allem Muskeln in den Beinen, im Becken und im Rumpf sanft gedehnt und aktiviert. Die Übungen können ein unwillkürliches, sogenanntes neurogenes Zittern auslösen. Dieses Zittern wird weder bewusst gesteuert noch erzwungen. Es entsteht als körperliche Reaktion und lässt sich jederzeit beenden.

Wie entsteht das neurogene Zittern?

Im Erklärungsmodell von TRE spielen die grossen Lendenmuskeln eine wichtige Rolle. Sie verbinden den unteren Rücken mit dem Becken und den Beinen und reagieren bei Anspannung oder Gefahr. Im Modell von TRE ziehen sich diese Muskeln bei belastenden Erfahrungen zusammen und tragen so dazu bei, die inneren Organe zu schützen. Hält diese Anspannung über längere Zeit an, kann sich eine tiefsitzende Schutzspannung im Körper festsetzen. Werden diese Muskelgruppen durch die vorbereitenden Übungen aktiviert und leicht ermüdet, kann der Körper mit feinen bis deutlicheren Zitterbewegungen antworten.

Das Zittern beginnt häufig in den Beinen oder im Becken und kann sich im weiteren Verlauf durch andere Bereiche bewegen. Im Verständnis von TRE erhält der Körper dadurch die Gelegenheit, festgehaltene Schutzspannung Schritt für Schritt wieder loszulassen. Manche Menschen fühlen dabei Wärme, ein Kribbeln oder eine tiefe Entspannung. Andere nehmen zunächst nur kleine Bewegungen wahr. Es gibt kein bestimmtes Ergebnis, das erreicht werden muss. Entscheidend ist, aufmerksam zu spüren, wie das eigene System reagiert, und nur so weit zu gehen, wie es sich sicher und stimmig anfühlt.

Was kann TRE bewirken?

Trauma Release Exercises können dabei unterstützen, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und muskuläre Spannung zu lösen. Viele Menschen erleben das neurogene Zittern als beruhigend oder befreiend. Im Verständnis von TRE kann das körperliche Loslassen dem Nervensystem signalisieren, dass die Gefahr vorüber ist, was auch die psychische Verarbeitung unterstützen kann. Mögliche Erfahrungen sind:

  • ein Gefühl von Ruhe und körperlicher Entspannung,
  • eine feinere Wahrnehmung der eigenen Grenzen und Bedürfnisse,
  • mehr Vertrauen in die Reaktionen des Körpers,
  • Unterstützung bei der Selbstregulation in belastenden Situationen.

Die TRE-Methode hat sich bewährt als neuer Baustein in der therapeutischen Behandlung, der helfen kann, die Symptome von Angst, Depression, Schmerz und Stress zu reduzieren sowie Körperwahrnehmung und die Fähigkeit zur Selbstregulation zu verbessern.

Wie TRE wirkt, ist individuell. Die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen reichen nicht aus, um eine Heilung psychischer oder körperlicher Erkrankungen zu versprechen. TRE ersetzt deshalb keine notwendige medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Die Methode kann jedoch als ergänzender Baustein genutzt werden, wenn sie zur persönlichen Situation passt.

TRE als Teil einer körperorientierten Traumatherapie

Nach traumatischen Erfahrungen oder bei starker Stressbelastung fällt es oft schwer, sich im eigenen Körper wieder sicher zu fühlen. In meiner körperorientierten Traumatherapie kann TRE einen behutsamen Zugang eröffnen. Im Verständnis von TRE kann das neurogene Zittern auf körperlicher Ebene dabei unterstützen, mit den Spuren belastender Erfahrungen zu arbeiten, und so einen traumatherapeutischen Prozess begleiten. Dabei müssen Sie das Erlebte nicht ausführlich erzählen. Wir richten die Aufmerksamkeit auf das, was Sie im Moment fühlen und gut halten können.

Sie bestimmen jederzeit das Tempo. Das Zittern lässt sich durch eine veränderte Körperhaltung unterbrechen, wenn es zu intensiv wird. So lernen Sie Schritt für Schritt, die Signale Ihres Körpers wahrzunehmen und den Prozess selbst mitzugestalten.

TRE bei Andrea Ruch

Ich biete Trauma Release Exercises sowohl in einer fortlaufenden Gruppe als auch in Einzelsitzungen an:

  • Gruppenangebot: Der Einstieg ist jederzeit möglich. Sie lernen die Übungen in einem geschützten Rahmen kennen und sammeln erste Erfahrungen mit dem neurogenen Zittern.
  • Einzelsitzungen: Die persönliche Begleitung bietet Raum, die Übungen an Ihre Bedürfnisse und Reaktionen anzupassen. Wenn Sie sich im Umgang damit sicher fühlen (nach ca. 3 Sitzungen), können Sie TRE auch selbstständig zu Hause anwenden.

Besonders bei einem traumatischen Hintergrund, Posttraumatischen Belastungsstörungen oder starken emotionalen Reaktionen empfehle ich, TRE nicht allein zu beginnen. Auch bei akuten psychischen Beschwerden, neurologischen Erkrankungen, einer Schwangerschaft oder körperlichen Einschränkungen ist eine vorherige ärztliche beziehungsweise therapeutische Rücksprache sinnvoll.

Trauma Release Exercises kennenlernen

Möchten Sie erfahren, ob TRE zu Ihnen und Ihrer aktuellen Situation passt? In einem persönlichen Gespräch klären wir Ihre Fragen und schauen gemeinsam, ob eine Gruppe oder eine Einzelsitzung der passende Einstieg ist. TRE ist Teil meiner ganzheitlichen Körpertherapie und kann mit weiteren körperorientierten Methoden verbunden werden.

Sie suchen freie Termine für Psychotherapie? Gerne informiere ich Sie über mein körperorientiertes Therapieangebot und meine aktuell verfügbaren Termine. Sie erreichen mich telefonisch oder per E-Mail.

Andrea Ruch Nater